O&O Defrag 23 Handbuch

O&O Defrag 23 
Defragmentierung Ihrer Laufwerke

Die Defragmentierung ist bei HDDs und SSDs ein gleichermaßen wirkungsvolles Instrument zur Verbesserung der Performance, jedoch aus unterschiedlichen Gründen.

HDDs erfahren deutliche Einbußen der Geschwindigkeit wenn sie fragmentiert sind, da hier der Schreib-Lesekopf größere Strecken zurücklegen muss, wenn die Dateifragmente weit auseinander liegen. Abgesehen von der Verlangsamung der Schreib- und Leseprozesse wird zusätzlich die Lebensdauer verringert. Auf einer fragmentierten Festplatte führt der Schreib-Lesekopf mehr Bewegungen aus, dies wirkt sich auf die Mechanik aus und die Abnutzung wird erhöht.

Eine SSD hat keinen klassischen Schreib- Lesekopf. Hier werden die Daten mithilfe von Zuständen kodiert. Trotzdem werden auch hier Performance und Lebensdauer durch fragmentierte Daten verringert. Der Grund dafür ist das interne Handling solcher Festplatten. Beim Speichern von Dateien verteilt der Controller der SSD die Dateifragmente in die nächsten freien und „passenden“ Speicherabschnitte (sogenannte Pages). Diese Dateifragmente müssen bei Lese- und Schreibzugriffen mithilfe von Mapping-Tabellen gesucht werden. Dies kann, je nach Grad der Fragmentierung, einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zusätzlich lässt sich beobachten, dass eine SSD mit fragmentierten Daten tendenziell mehr Blöcke belegt, denn das System merkt sich, aus wie vielen Fragmenten die Datei kam und speichert sie in ebenso viele wieder ab, auch wenn die Datei in weniger passen würde. Das bedeutet langfristig eine Belastung von mehr Speicherzellen als nötig, was zu einem unnötig frühen Ausfall des Speichermediums führen kann.

Die Defragmentierung einer SSD kann zudem Schreibzyklen reduzieren. Eine SSD hat nur eine begrenzte Anzahl von Schreib- (bzw. Löschzyklen) zur Verfügung. Diese Anzahl zu erreichen dauert einige Zeit (im Normalfall einige Jahre), jedoch sind Nutzer von SSDs verständlicherweise bestrebt die Anzahl der Schreibzyklen zu reduzieren. Wie die Defragmentierung die Anzahl der Schreibzyklen verringern kann soll folgendes Beispiel verdeutlichen:

Datei test.txt bearbeiten

Fall 1: Datei test.txt liegt über die Blöcke A und B verteilt. Bei Zugriff auf die Datei und Änderung des Inhalts verlieren Block A und Block B jeweils einen Schreibzyklus.
Fall 2: Datei test.txt liegt nur in Block C. Die Datei wird bearbeitet, Block C verliert einen Schreibzyklus.

Da nun in einem Block nicht nur ein Cluster liegt, sondern im Standardfall bis zu 8, kann für Fall 2 eine bis zu 8-fache Reduktion der Schreibzyklen bewirkt werden, im Vergleich zu Fall 1. Dies verlängert die Lebensdauer der SSD enorm. Eine solche Reduktion der verwendeten Blöcke kann mit den speziellen Methoden zur Defragmentierung von SSDs durch O&O Defrag erreicht werden.
Diese Berechnung ist stark abstrahiert und vereinfacht. Sie dient lediglich der Verbildlichung des Verhaltens von SSDs und hat nicht den Anspruch aus technischer oder informationstechnischer Sicht akkurat zu sein.

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